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Nord-Ostsee-Kanal und Elbe

Donnerstag, 01.05.2008:
Kiel-Holtenau - Breiholz (61km)

Per Bahn bin ich gestern Abend nach Kiel gefahren. Erstmalig mit dem Rad im Intercity. Das Fahrrad war ruckzuck im Fahrradabteil befestigt, und ich suche in dem wegen des beginnenden langen Wochenendes ziemlich ausgebuchten Zug meinen reservierten Sitzplatz. Fünf Stunden später stand ich in Kiel, wo mich Tanja am Bahnhof abholte. Mit ihr geht es dieses Jahr auf große Fahrt.


Start an der Schleuse in Kiel-Holtenau

Wir fahren am Vatertag um kurz vor 10Uhr in Kiel-Holtenau direkt an der Schleusengruppe des Nord-Ostsee-Kanals los. Es gibt mit dem Nord-Ostsee-Kanal Radweg (NOK-Route) eine gut ausgeschilderte Radroute, die aber oft den Kanal verlässt und etwa 315 Kilometer von Kiel nach Brunsbüttel benötigt. Wir wollen den direkten Weg nehmen und zwar immer an der 97 Kilometer langen Verbindung zwischen Kiel und Brunsbüttel entlang. Neben dem Kanal befindet sich auf beiden Seiten ein Wirtschaftsweg, der mit zwei ca. 40cm breiten Betonplatten belegt ist, dazwischen ein Grasstreifen, der sich aber zum Spurwechsel gut befahren lässt.


Von Schiffen unterbrochene Langeweile

Die kanalimmanente Langeweile wird von imposanten Seeschiffen unterbrochen, die den Kanal erstaunlich schnell passieren. Der Kanal wird von diesen Schiffen in 6.5 bis 8.5 Stunden passiert. Manchmal befährt auch ein so genanntes Traumschiff den Kanal. Die Schleusenzeiten dieser Schiffe lassen sich unter diesem Link herausfinden.

Bis zur Fähre Landwehr läuft es dann bei leichtem Gegenwind (dort oben kommt der Wind angeblich immer von vorne) recht gut. Dann müssen wir den Kanal kurz verlassen und über die Dörfer Schinkel und Großkönigsförde gelangen wir, nach kurzer Zeit doch wieder zum Nordufer des Kanals. Vor Rendsburg unterqueren wir die Hochbrücke der A7 und genehmigen uns ein Eis. Wir fahren mit der unter einer Eisenbahnbrücke befestigten Schwebefähre den Kanal und fahren ein kurzes Stück an der Südseite entlang bis zum Fußgängertunnel Rendsburg. Dort schieben wir die Räder unter dem Kanal entlang wieder zum Nordufer.


Die Schwebefähre in Rendsburg

Wir machen weiter bis zur Fähre Breiholz und fahren vom Kanal nach Norden bis zu Eider. Dort befindet sich ein Campingplatz und damit das Ende der heutigen Etappe. Das Zelt ist schnell aufgebaut und während des zweiten Bieres fäengt es an zu regnen. Glück gehabt.

Freitag, 02.05.2008:
Breiholz - Brunsbüttel (55km)

Ein Notfall tritt ein. Wir bemerken, dass wir den Kaffee zu Hause gelassen haben. Ohne Wachmacher geht es also wieder aufs Rad. In Breiholz gibt es nicht viel allerdings einen Bäcker, der auch Kaffee verkauft. Der Tag ist gerettet.

In Oldenbüttel wechseln wir die Kanalseite, da uns das einen Umweg am Gieselau Kanal erspart. Aber nach wenigen Kilometern nehmen wir eine weitere Fähre in Fischerhütte zurück zum gewohnten Nordufer, das bald eigentlich eher Westufer heißen müsste, da der Kanal einen Knick nach Süden macht. Dadurch kommt der Wind nun auch mehr von der Seite. Wir unterqueren zwischen Schafstedt und Hohenhörn die A23 und passieren Burg (Dithmarschen). Will man mit der Bahn zurück nach Kiel, wäre Burg eine Option, denn die Bahn macht um Brunsbüttel einen weiten Bogen.

Hinter der nächsten Hochbrücke sieht man schon die ersten Öltanks von Brunsbüttel, und an der dortigen Schleusenanlage genehmigen wir uns nach 55 Kilometern bei bestem Wetter ein Schleusenbier.


Schleusenbier direkt an der Brunsbütteler Schleuse

Bis zum Campingplatz, der direkt hinterm Deich liegt, ist es nur noch ein kurzes Stück.

Samstag, 03.05.2008:
Brunsbüttel - Hamburg (95km)

Da wir erstens von Brunsbüttel aus schlecht weg kommen und wir zweitens erst am Sonntag nach Hause fahren müssen beschließen wir von Brunsbüttel die Elbe entlang nach Hamburg zu fahren. Wir nehmen an der Kanalschleuse von Brunsbüttel die Kanalfähre nach Dagebüll und achten darauf, dass der Elbdeich immer rechts von uns liegt. Bei Sankt Margarethen überqueren wir den Deich und nähern uns Brokdorf. Der Wind kommt von hinten, und die Räder rollen wie von selbst. Am AKW vorbei müssen wir erst am Störsperrwerk kurz warten. Die Fahrbahn ist hochgeklappt, damit Schiffe passieren können.


Das Störsperrwerk

In Glückstadt umrunden wir das Hafenbecken, damit wir die schweren Räder nicht mehrere Treppenstufen übers Sperrwerk tragen müssen. Der Radweg ist dort etwas merkwürdig beschildert.

Weiter geht es mal vor, mal hinterm Deich entlang bis nach Kollmar. Dort am Hafen wird der knurrende Magen mit einem Krabbenbrötchen beruhigt. Die nächste willkommene Abwechselung ist das Krückausperrwerk. Dieses Mal ist die Fahrbahn aber unten und wir kommen direkt hinüber. Kurz danach folgt das Pinnausperrwerk, auch hier haben wir Glück. Die Wiesen am Deich werden intensiv von Schafen genutzt, und so gilt es hier, häufiger diesen Tieren auszuweichen und genussvoll durch Schafscheiße zu radeln. Bei Wedel erreichen wir dann das Hamburger Einzugsgebiet, und wir kommen nicht mehr so schnell voran. Bei Blankenese wird es noch schlimmer, und bei Övelgönne wird es so voll, das nichts mehr geht. Wir müssen absteigen und schieben. Ab dem Fischmarkt rollt es aber wieder ganz gut, und wir kommen gut bis zum Hamburger Bahnhof durch.

Informationen:
Schleuse Kiel-Holtenau
Campingplatz Breiholz, Fährstr. 1, 24797 Breiholz, Tel.: 04332-373
Campingplatz in Brunsbüttel
Schleuse Brunsbüttel
Wann kommt einem welches Traumschiff entgegen?

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